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Institut Chi

Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin & Manuelle Therapie

4142 Münchenstein, BL und in 8610 Uster, ZH --- Termine: Telefon 061/413 03 84

 


Wie funktioniert die
Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)?



Die älteste Philosophie der Geschichte: Yin und Yang

Die wahrscheinlich älteste Basistheorie der TCM ist die von Yin und Yang. Sie steht als Basis für die beiden lebensbestimmenden Polaritäten, für die gegensätzlichen aber sich dennoch ergänzenden Kräfte des Universums.

Yin und Yang stehen immer in Relation zueinander, das heisst, das eine kann ohne das andere nicht existieren. Yin und Yang gehen fliessend ineinander über, ergänzen sich und stehen einander gegenüber.

Bekannte Yin-Yang Paarungen sind z.B. Tag - Nacht, hell - dunkel, warm - kalt, oben - unten etc. Ziel aller Techniken der Chinesischen Medizin ist im Grunde immer ein Gleichgewicht dieser beiden Kräfte, eine Harmonisierung von Yin und Yang im Körper. Dabei steht Yin für die Funktion des Nährens, der Erholung, Abkühlung und Befeuchtung währenddem Yang für das Aktive, Verbrauchende, Erwärmende und Trocknende steht.

Die 5-Elemente

Eine der frühesten grundlegendsten Theorien der TCM ist die Theorie der 5 Wandlungsphasen (Wu Xing), bekannt auch als Theorie der 5 Elemente. Die 5 Elemente sind Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser. Diese Elemente werden in einen sich gegenseitig aufbauenden und sich beeinflussenden Zyklus gesetzt. Den verschiedenen Elementen werden verschiedene Organsysteme, Meridiane und Funktionen zugeordnet, aber auch Farben und Jahreszeiten:



Feuer - Sommer - Rot - Herz / Pericard / Dünndarm / San-Jiao (3facher Erwärmer)

Erde - Spätsommer - Gelb - Milz / Magen

Metall - Herbst - Weiss - Lunge / Dickdarm

Wasser - Winter - Blau/Schwarz - Niere/Blase

Holz - Frühling - Grün - Leber / Gallenblase

Die 5 Element-Therorie kann sowohl in der Auswahl der Akupunkturpunkte als auch in der Wahl der Kräutertherapie einen Einfluss haben. Stellen Sie sich die folgenden Fragen:

Frage 1: Welches ist meine Lieblings- Jahreszeit ?

Frage 2: Welche Jahreszeit mag ich gar nicht ?

Aufgrund der Antworten können Sie für sich anhand des obigen 5-Elementezyklu feststellen, welches Element derzeit bei Ihnen am stärksten (s. Frage 1) und welches am schwächsten (s. Frage 2) ist. In einer Behandlung, die sich nach den 5 Elementen richtet, müssten diese Aspekte entsprechend berücksichtigt werden.

Chi, Blut (Xue) und die die Körperflüssigkeiten

Eine besondere Rolle spielen in der Chinesischen Medizin die Konzepte Chi und Xue. Chi äussert sich in vielen Formen: Himmlisches Chi, das wir über die Atmung aufnehmen, Nahrungsqi, das wir us der Nahrung extrahieren, Ursprüngliches Chi, das uns als Erbsubstanz von den Eltern mitgegeben wird, etc. Auch wenn die Schulmedizin bisher Chi weder nachweisen konnte noch je eine Leitbahn gefunden hat, ist Chi keinesfalls eine esoterische Angelegenheit, sondern etwas durchaus für jeden Erfahrbares. So kann der Fluss des Chi etwa in den Übungen des Qi Gong, im Tai Chi erfahren gelenkt und kultiviert werden.

Xue ist der Yin-Anteil des energetischen Konzeptes. Etwas verengend wird es mit Blut übersetzt. Es ist aber mehr. Tritt Chi in substantieller Form auf, heisst es Xue. Natürlich hat auch die TCM festgestellt, dass der Säftehaushalt des Körpers eine komplexe Angelegenheit ist, weshalb neben Xue noch eine Reihe weiterer Körperflüssigkeiten differenziert werden. Man muss sich aber klar sein, dass es sich letztlich nur um eine von der Funktion diktierte genauere Charakterisierung der Begriffe Chi und Xue handelt.

Meridiane "Luo Mai" und Organe "Zang Fu":

Rückgreifend auf die fünf Wandlungsphasen beschreibt die TCM fünf Funktionskreise, die mit den Namen der inneren Organe verbunden werden: Lunge, Milz, Niere, Herz, Leber. Die TCM meint damit aber mehr als nur das im Westen bekannte Orgne. Es beschreibt damit die kompletten funktionelle Einheiten, die die energetische Physiologie des Körpers ausmachen. Die Chinesische Medizin unterscheidet oder trennt Energie, Körper, Funktion und Geist nicht voneinander. Gerade diese Vorstellung bereitet dem in westlichen Denkstrukturen Aufgewachsenen immer wieder Probleme.



Ein Beispiel:

Die Milz hat in der Chinesischen Medizin die Aufgabe der Transformation und des Transportes, sie beherrscht die Verdauung, die Extremitäten und das Denken. Sie wird behandelt, wenn die Aufschliessung der Nahrungsmittel nicht ordnungsgemäss funktioniert. Die Milz beherrscht aber auch die Funktion der Fähigkeit, sich zu konzentrieren, strukturiert zu denken. Wer also die zuviel lernt, schwächt die Milz, wer Umwelteinflüsse die aus der Informationsüberflutung stammen nicht mehr zu strukturieren vermag, ist nach chinesischer Vorstellung am Funktionskreis der Milz erkrankt. Zu jedem Funktionskreis gehört ein ganzes System von Leitbahnen, auf denen Öffnungen liegen, über die der entsprechende Funktionskreis beeinflusst werden kann. Diese Öffnungen sind es, die die Akupunktur verwendet. Bekannt sind unterdessen über tausend Punkte, viele davon auch ausserhalb der Leitbahnen. Ein grosser Teil davon ist Bestandteil sogenannter Mikrosysteme (Ohr- und Schädelakupunktur). In der Praxis werdem nur etwa 200-300 regelmässig angewendet.

Diagnose in der TCM:

Die TCM reduziert die krankmachenden Faktoren nach einer der ersten Basistheorien auf die 8 Grundmuster: Innen - Aussen, Fülle - Leere, Hitze - Kälte, Yin - Yang.Von besonderer Bedeutung sind die psychischen Faktoren - Trauer, Freude, Wut, Grübeln, Angst - Emotionen, die verschiedenen Funktionskreisen zugeordnet sind und deren Übermass den Chi-Fluss und die Organfunktionen stören können. Die TCM trennt Psyche und Körper nicht. Deshalb ist der Einbezug psychischer Faktoren eine Selbstverständlichkeit.

Neben diesen pathogenen Ursachen können natürlich auch Unfälle, Fehlernährung, Nahrungsmittelvergiftungen und sexueller Exzess krankheitsfärdernd wirken. In der Diagnostik werden die pathogenen Faktoren mit dem System der Funktionskreise in Beziehung setzt, was zur Erkennung des Ansatzpunktes für die Therapie führt.

Puls und Zunge - Spiegel des Körperinneren

Besonderes Augenmerk richtet der TCM-Therapeut auf die Zunge und den Puls. Die Zunge wird nach Erscheinungsbild, Farbe des Zungenkörpers und Art und Weise des Belags beurteilt. Dies allein gibt schon einen recht klaren Hinweis auf die Krankheit verursachenden Faktoren. Beim Puls werden 28 Qualitäten unterschieden. Diese geben eine Art "Momentaufnahme" des Körperzustandes wieder, was aber eine lange Übung erfordert.

Weiter werden auch berücksichtigt: Gesichtsfarbe, Temperaturempfinden, Schmerzen und Schmerzqualitäten, Menstruationsblutung- und Zyklen, Verdauung, Energie, Appetit und Durst, Miktion, etc. All diese Faktoren, zusammen mit der mündlich mitgeteilten Krankengeschichte runden das Bild ab und werden in der weiteren Behandlung berücksichtigt.

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